Geschichte des VfB Mörnsheim

 

 

Vereinschronik Ein Sportverein wird gegründet
Sportplatzneubau Ein Meilenstein in der Geschichte
Fußball Die wichtigste Sparte des Vereins
Tennis Das zweite Standbein des VFB
Tischtennis Die dritte Sparte des VfB ist Tischtennis

 

Vereinschronik

EIN SPORTVEREIN WIRD GEGRÜNDET

Im Gastzimmer der Gastwirtschaft Stößl ("heute Lindenhof") trafen sich nach Kriegsende 1945 Jung und Alt. Die "Alten" erzählten von der Vergangenheit, darunter auch von der früheren Mörnsheimer Sportgeschichte: Der Turngemeinschaft, der DJK, von den Erfolgen der Faustballer und Fußballer.

Die "Jungen" waren begeistert und beschlossen, den Sport in Mörnsheim wieder aufleben zu lassen. Auf Initiative von Anton Schwab, Xaver Henle, Max Stößl, Xaver Stößl, Adalbert Nar und Hans Berner lud man am 29. Juli 1946 zur Gründungsversammlung in den Saal der Gastwirtschaft Steib ein. 34 Besucher kamen und nach reger Diskussion über Vereinsnamen und Ziel wurde der VfB gegründet. Man wählte den Namen" Verein für Bewegungsspiele", damit deutlich wurde, daß die Gründer für jede Sportart offen waren.

DIE ERSTE VEREINSFÜHRUNG BILDETEN:
Anton Schwab, Vorstand und zugleich Schriftführer
Xaver Henle, Stellvertreter
Xaver Stößl, Kassier
Johann Fischer, Karl Miedel und Max Stößl als Beisitzer.

Die damalige Militärregierung genehmigte die Gründung, nachdem vier Einwohner Mörnsheims, die vom Nationalismus unbelastet waren, bestätigten, daß der Verein nicht politischer, militärischer und umstürzlerischer Natur sei.

Als Hauptsportart wurde Fußball gewählt. Der Solnhofer Aktien-Verein stellte den Sportlern eine Wiese in Altendorf bei der "Eisernen Brücke" zur Verfügung, für die Tore wurden ein paar Bäume "organisiert" und für die Tornetze wurde in Haunsfeld ein Maschendraht Zweckentfremdet". Die Halterungen für die Netze "lieferte" ein in Solnhofen abgestellter Zug, der Heizungsrohre geladen hatte.

Xaver Feßlmeier sprach beim Zementwerk vor und erhielt eine Ladung Zement. Mit diesem fuhr man nach Herzogenaurach zur Fa. Adidas, die dort im Aufbau war. Für den begehrten Zement erhielt man eine Sportausrüstung. Der Umkleideraum war beim Wirt in Altendorf und es konnte losgehen. Der VfB meldete sich zur Verbandsrunde an, das erste Spiel wurde gegen den Erzrivalen Dollnstein mit 2:7 verloren.

Der Anfang war gemacht, Erfolge blieben nicht aus.


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SO GING ES WEITER...


Der VfB entwickelte sich in kurzer Zeit zum größten Verein der Marktgemeinde. Die Mitgliederzahl stieg sprunghaft auf 182 an. Dies ist sicher darauf zurückzuführen, daß nach Kriegsende jeder das gesellige Leben suchte. Der VfB verstand dies umzusetzen und zu nützen. Neben der Fußballabteilung entstand eine Faustballabteilung, eine Tischtennisabteilung, eine Frauenhandballmannschaft, sogar eine Sparte für Musik und Unterhaltung. Tanzabende und Faschingsbälle wurden veranstaltet. Der Andrang dazu war so groß, daß der VfB nur Vereinsmitglieder einließ. Die Finanzen des VfB waren gesund, da Alle genügsam und hilfsbereit waren:

Die Aktiven trugen die Kosten des Spielbetriebs selbst, zu den Auswärtsspielen fuhr man auf Fahrrädern oder ging zu Fuß. Beförderung 1.Klasse waren die Fahrten nach Wellheim mit dem Bulldoganhänger oder nach Pleinfeld mit dem Holzgaser-LKW (Milchwagen) der Fa. Lamm.

Nach der Währungsreform 1948 ging der Mitgliederstand des Vereins stark zurück. Dank Max Stößl, dem damaligen Vereinsvorstand, ging es in den nächsten Jahren aber wieder aufwärts. Die Sparten, die bis auf Fußball und Tischtennis verschwunden waren, wurden um eine Turnriege und eine Schützenabteilung erweitert.

An diese Zeit erinnern auch große Fußballfeste mit 1860 München, BC Augsburg, SpVgg Fürth, München-Süd und MTV Ingolstadt.

Auch bei Theaterveranstaltungen war der VfB aktiv. Stücke wie "Die Fischerrosl vom Chiemsee" oder "Wildererblut" waren nicht nur in Mörnsheim, sondern auch in der näheren Umgebung sehr erfolgreich.

Ein erster Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Anschaffung einer Vereinsfahne am 1. Juli 1951. Mit dem Patenverein "Frohsinn" wurde die Fahne am Lindenplatz geweiht, im Sommerkeller an der Haunsfelder Straße wurde gefeiert. Anläßlich dieses Festes wurden die Vereinsnadeln angeschafft, die wegen ihrer Schönheit mit dem Mörnsheimer Wappen bei unseren Sportsfreunden sehr begehrt sind und bis heute nicht verändert wurden.

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Bereits in den 50er Jahren waren Bestrebungen vorhanden, für die Fußballer einen vereinseigenen, bzw. gemeindeeigenen Sportplatz zu erwerben. Bis zu dem Sportplatz in Altendorf war es gar arg weit und die Umkleidemöglichkeiten, von warmen Wasser ganz zu schweigen, beim "Haferlwirt" spartanisch. Aber trotz vieler Vorschläge war eine Lösung nicht möglich.

Als 1953 Adalbert Nar sen. Vorstand wurde, GELANG ES; DEN Sportplatz näher an Mörnsheim heranzubringen. Gastwirt Oskar Lang, der damalige "Kronenwirt", stellte eine Wiese (jetzt Sonnenweg) zur Verfügung, als Umkleideraum bot er seine Nebenräume an. Das Vereinslokal, das bis dahin "beim Stößl" war, wurde gewechselt.

Ein Jahr später, 1954, übernahm Heinz Weidensee den Vorstandsposten. In seiner Zeit wurde der VfB zu einem eingetragenen Verein. Nach einer Satzungsänderung wurde auf Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht gestellt. Seither darf der VfB den Zusatz "e. V." führen. Dies ist wichtig aus Haftungsgründen und wegen Nachweis der Gemeinnützigkeit.

1955 erweiterte der Fußballbezirk Mittelfranken sein Sportangebot um eine Jugendrunde. Man erkannte die Bedeutung für den VfB und meldete eine Jugendmannschaft an. Man mußte für den Nachwuchs der 1. Mannschaft sorgen.
Konnten die Fußballer im Sommer trainieren, war dies im Winter nicht möglich. Man war auf der Suche nach einem "trockenen" Plätzchen. Im Erdgeschoß des Kastenhofes war ein ca. 90 qm großer Raum ungenutzt. 1958 stellte ihn die Gemeinde zur Verfügung und mit großem Eifer wurde der Raum in Eigenregie zur "Turnhalle" ausgebaut. Als der Raum in einer kleinen Feier geweiht wurde, ernannte man den damaligen Pfarrer, H. H. Friedrich Mailbeck, zum ersten Ehrenmitglied des Vereins. Er war dem VfB wohlgesonnen und besuchte "seine" Fußballer regelmäßig. Um seine Sporteignung unter Beweis zu stellen, zeigte er den anwesenden Gästen einen Felgumschwung am Reck.

Als Heinz Weidensee 1959 den Vereinsvorsitz niederlegte, führte Xaver Feßlmeier, der bisherige Spartenleiter Fußball, 1959 und 1960 den Verein. Ab 1961 übernahm Weidensee wieder den Vorsitz, den er bis zu seinem überraschenden Tod 1964 innehatte.

Im Jahre 1962 und 1963 wurden im VfB erstmals goldene Vereinsnadeln verliehen. Geehrt wurde Adalbert Nar sen. als Gründungsmitglied, Vereinsvorstand 1953, Beisitzer 1954, Kassier 1955 bis 58, Spartenleiter Fußball von 1959 bis 1983 und Schiedsrichter (5 Jahre). Er war als Torwart der Fußballer mit den meisten Einsätzen.
Als zweiter wurde Max Stößl geehrt. Stößl war Gründungsmitglied, Beisitzer 1946, Vereinsvorstand 1948 bis 1952, Trainer von 1964 bis 1969 und von 1971 bis 1977. Darüberhinaus machte er sich verdient durch finanzielle Unterstützung von Spieleren und der Organisation von unvergeßlichen Vereinsfahrten: Ammersee, Obernzell, Nürnberg, München, Rüdesheim, Berlin per Flug, Rotterdam, Tramin, Wien, Kaprun, Prag, Straßburg, Budapest, nach Jugoslawien, Sudfrankreich.
Überall wurden Spiele mit dortigen Mannschaften ausgetragen. Die meisten wurden verloren. Dies tat aber der Stimmung keinen Abbruch.

1964 wurde ein Ältestenrat als weiteres Gremium des Vereins ins Leben gerufen. Er sollte als Mittler zwischen Vorstand und Mitgliedern dienen. Auch sollte er "branchenfremde" Personen ermuntern, eine Funktion für den Verein auszuüben. Max Stahlhuber und Josef Gietl stellten sich dafür zur Verfügung.

1964 wollte man in der Jahresversammlung dem verdienten Vorstand Heinz Weidensee die dritte goldene Vereinsnadel des Vereins überreichen. Er verstarb vorher überraschend und man konnte ihm die Ehrennadel nur posthum mit ins Grab legen. Weidensee war 9 Jahre Vorstand und langjähriger aktiver Fußballer. Max Stahlhuber als Vorstand und Josef Gietl als Stellvertreter übernahmen die Führung des Vereins.

Im Jahre 1965 kehrte das Vereinslokal wieder zur Familie Stößl zurück. Der "Lindenhof" wurde wieder bis zum Umzug ins spätere Sportheim die Heimat der Sportler. Vereinsbeisitzer Franz Netter stellte seine Waschküche als Umkleideraum zur Verfügung. Man kam immer näher ans Spielfeld.

Wiederum wurde eine Initiative gestartet, einen Sportplatz zu errichten. Zwischen Mörnsheim und Mühlheim wollte man ein Gelände erwerben. Wiederum scheiterte man; die Grundstückseigentümer waren nicht bereit.

Als die Mörnsheimer Volksschule 1967 neu gebaut wurde, entstand mit ein Gymnastikraum. Diesen konnte der VfB jetzt nutzen, war doch der Raum im Kastenhof zu klein und wurde vom Marktrat an die Sparkasse vermietet. Der VfB bot Turnen und Gymnastik für Frauen und Männer an. Während das Männerturnen wieder einschlief, hat sich die Gymnastikabteilung der Frauen und Mädchen bis heute erhalten.
Der VfB erlebte in diesen Jahren dadurch wieder einen Mitgliederschub. Die Zahl stieg auf über 250 Personen. Die ehemaligen Spieler der 1. Mannschaft gründeten eine AH und tragen seitdem Freundschaftsspiele mit ehemaligen Gegnern aus.

Mit Hilfe Max Stößl's, Trainer der 1. Mannschaft, erwarb man Lichtmasten und Beleuchtungskörper und errichtete am Sportplatz eine Flutlichtanlage. Dadurch war es möglich, ein Training auch in der dunklen Jahreszeit abzuhalten. Dies war notwendig, da die Vereine der Runde ebenfalls in diese Richtung arbeiteten.

Als das Feuerwehrhaus in Mörnsheim erstellt wurde, bekamen die Sportler vom Marktrat die Erlaubnis, Duschen und Umkleideräume zu nutzen. Dies war wesentlich komfortabler als die Garage bei Franz Netter, aber doch sehr weit vom Sportplatz entfernt.

1968 in der Generalversammlung wurde Ferdinand Zehndbauer die goldene Ehrennadel überreicht. Zehndbauer war stellvertretender Vorstand 1961 bis 1964, Ausschußmitglied 1952 bis 1967, Jugendleiter 1950 bis 1957, erster Vorstand von 1969 bis 1979, lange Jahre Vereinswirt und lange Jahre aktiver Spieler.

Als Ferdinand Zehndbauer 1969 den Vereinsvorsitz übernahm, verfolgte er zielstrebig den Bau eines Sportheims mit Umkleidemöglichkeiten. Dem VfB kam zugute, daß in diesem Jahr die Planung für die Flurbereinigung in Mörnsheim begann und dadurch die Eigentumsverhältnisse an bestimmten Grundstücken sich änderten. Die Marktgemeinde erhielt eine bessere Verhandlungsposition. Aber erst 1972 gelang es dem damaligen Bürgermeister Alfons Lamm, den bisherigen Sportplatz von Oskar Lang und den Anliegern zu erwerben. Der VfB schaltete sofort und kaufte zwei an den Sportplatz angrenzende Grundstücke. Darauf sollte ein Vereinsheim erstellt werden.
Der Marktrat und die Vorstandschaft des VfB unternahmen Informationsfahrten in den Ingolstädter Raum, da dort bereits verschiedene Sportanlagen mit Sportheimen bestanden. Eine richtige Aufbruchstimmung machte sich im Verein breit und durch einen Mitgliederzulauf schnellte die Mitgliederzahl auf 319 Personen.

Pläne für die Gestaltung des Platzes und des Vereinsheims wurden erstellt und wieder verworfen. Eine Sitzung jagte die andere. Man einigte sich mit der Gemeinde und dem Architekten Leo Hajek und stellte bei Fußballverband, Bezirk und Kreis Antrag auf Zuschüsse. Aber es ging nicht ohne Schwierigkeiten ab. Das Wasserwirtschaftsamt verweigerte seine Zustimmung aus Gründen des Hochwasserschutzes, die Gemeinde hatte Probleme mit der Naturschutzbehörde auf dem Baugebiet beim "Grafs Loch". Der Grundstückskauf drohte zu scheitern. Da beschlossen Gemeinde und VfB einen Tausch. Das Sportgelände wurde nach Osten Richtung Altendorf verschoben, die Gemeinde konnte auf dem bisherigen Platz ein Baugebiet erschließen. Die Planungen begannen von neuem, die Größenordnung änderte sich, die Zuschüsse drohten zu verfallen. Der Hartnäckigkeit und der List der beiden damaligen Vorstandsmitglieder Joachim Beerhold und Alfred Hanrieder war es zu danken, daß bei ihren Vorsprachen in München, Ansbach und Eichstätt die Zuschüsse nicht nur erhalten, sondern wesentlich erhöht wurden. Bei einem drohenden Neuantrag wäre das Bauvorhaben in weite Ferne gerückt. - Der Weg war frei, die Weichen gestellt. Das bisher größte Vorhaben des VfB konnte beginnen.

Die Jahre 1974 bis 1980 standen ganz im Zeichen des Baufortschritts am Sportplatz, dem umliegenden Gelände und dem Vereinsheim. Endlose Sitzungen waren notwendig, Probleme traten auf. Gravierende Meinungsverschiedenheiten und daraus resultierende persönliche Angriffe entzweiten die Vereinsführung. Stellv. Vorstand Alfred Hanrieder, Kassier Joachim Beerhold und Schriftführer Alfons Ottinger verließen die Vorstandschaft. Die Krise in der Führung schlug auf die Mannschaft durch. Sie stieg ab. Die Zuschußgeber reklamierten den Baufortschritt. Die Zuschüsse sollten zurückgezahlt werden. In einer dramatischen Versammlung, in der die Zurückgetretenen die Gründe nannten, appellierte Bürgermeister Lamm an die Verantwortlichen, den Zwist zu vergessen und den Bau zum Abschluß zu bringen.

In der Jahreshauptversammlung 1979 wurde wieder eine goldene Ehrennadel überreicht. Der Empfänger war Erwin Böheim. Der Vorstand des VfB trug die Verdienste Böheims vor: Schülerleiter 1967 bis 1977, darunter vier Jahre lang auch als Trainer, stellv. Vorstand 1970 und 1971, Ausschußmitglied 1978 und 1979, 6 Jahre Kassenprüfer.

Im Jahre 1980 legte Ferdinant Zehndbauer den Vorsitz nieder, sein Stellvertreter Friedrich Miedel führte den Verein. Alfred Hanrieder und Joachim Beerhold erklärten sich nunmehr bereit, die Verhandlungen mit den Zuschußgebern wieder aufzunehmen. In mühseliger Kleinarbeit wurden die Unterlagen der letzten Jahre aktualisiert, sämtliche Spender der Baumaßnahme wegen Dokumentation der Beträge aufgesucht. Der Abschlußbericht mit sämtlichen Unterlagen wurde erstellt und den Behörden übergeben. Nach einer gewissen Prüfungsfrist, in der sich der Verband die Besichtigung des Objekts offenhielt, erhielt der VfB endlich schriftlich, daß die Baumaßnahme amtlich abgeschlossen sei. Man atmete tief durch! Es hatte seine Gründe!!

In das Jahr 1980 datiert ein weiteres besonderes Ereignis im Verein. Der VfB erweiterte das Sportangebot mit der Gründung der Sparte Tennis. Der Marktrat erklärte sich bereit, die Finanzierung von Tennisplätzen zu übernehmen, wenn gesichert sei, daß diese ordnungsgemäß verwaltet würden. Verdiente Vereinsmitglieder, Joachim Beerhold, Alfred Hanrieder, Konrad Böheim, selbst lange Jahre aktiver Spieler, Vereinskassier, Beisitzer und Trainer der Jugend und der 1. Mannschaft und Toni Mayr übernahmen die Verantwortung. Sie erkannten die große Chance für den VfB, ein zweites Bein, besonders auch im Hinblick auf die weiblichen Mitglieder, zu erhalten.

Im Jahr 1981 wurde Bernhard Burzler zum 1. Vorstand gewählt. Sein Bestreben war, das neue Sportgelände endlich einzuweihen. Im Juli des gleichen Jahres war es soweit. Ein Gottesdienst auf dem Tennishartplatz und die Weihe des Heimes und der Sportplätze bildeten den kirchlichen Teil. Es folgten Spiele der einzelnen Mannschaften: C-Jugend gegen Lenting, A-Jugend gegen VfB Eichstätt, 1. Mannschaft gegen VfR Neuburg, die AH gegen FC Augsburg. Ein Pokalturnier mit Solnhofen, Dollnstein, Wellheim/Konstein und Nürnberg/Eibach rundeten das Fußballprogramm ab. Die Tennisplätze wurden mit einem Match zwischen dem amtierenden Stadt- und Kreismeister Reinhard Reb und dem Trainer der Mörnsheimer, Gerd Lehner, eröffnet. Anschließend trafen sich alle Aktiven und Besucher beim Gartenfest mit der Kapelle Kraus aus Dollnstein.

In den folgenden Jahren war das neue Sportheim der Mittelpunkt des Vereins. Die neuen Duschanlagen und die großzügigen Umkleideräume kamen bei den Aktiven an und anschließend traf man sich im Obergeschoß zu geselliger Runde. Ein Sportleratammtisch etablierte sich, der noch heute Bestand hat.

Im Juli 1983 übernahm Friedrich Miedel den Vereinsvorsitz. In diesem Jahr wurden drei goldene Ehrennadeln verliehen. Die Geehrten waren:
Kurt Höcker, Ausschußmitglied 1966 bis 1981, Spartenleiter Fußball 1981, Jugendleiter 1980, Trainer der 1. Mannschaft 1979, Trainer der Jugend 1986 und 1987, langjähriger aktiver Spieler und besonders erwähnenswert, Schiedsrichter für den Verein von 1971 bis 1980.

Walter Riedelsheimer, Spartenleiter Tischtennis von 1980 bis 1983, aktiver Spieler und besonders Schiedsrichter für den Verein von 1968 bis heute.

Otto Hausmann, Vereinskassier 1980 bis 1988, vorher bereits Beitragskassier, AH-Leiter von 1968 bis 1978, von 1989 bis 1993 2. Kassier und langjähriger aktiver Spieler.

In den kommenden Jahren war man ständig auf der Suche nach einem Trainer für die 1. Mannschaft. Einige waren ein Flop, aber man fand auch hervorragende Männer. Namen wie Ernst Haller (2Jahre Trainer, 2 Jahre Spartenleiter Fußball, 2 Jahre Ausschußmitglied), Werner Hammel (2 Jahre Trainer, 6 Jahre Ausschußmitglied, 3 Jahre Jugendleiter und Trainer), Helmut Haindl und später Emil Meier (5 Jahre Trainer, 1 Jahr Ausschußmitglied) und Joachim Stößl haben auch heute noch einen guten Klang.

Der Wirtschaftsbetrieb im Sportheim wurde lange Jahre vom VfB selbst geführt. Dabei war besonders Ferdinand Zehndbauer aktiv. Nachdem dieser aufgab, ging man über, die Gaststätte zu verpachten. Namentliche Erwähnung dabei verdient Hilde Händler, die lange Jahre den VfB vorbildlich betreute und erst auf Grund einer Erkrankung aufgeben mußte.

Im September 1985 verlieh Vorstand Friedrich Miedel die Goldene Vereinsnadel an Joachim Stößl. Dieser war Trainer der 1. Mannschaft von 1990 bis 1992, Jugendleiter 1977 bis 1978, Schülertrainer 1984 und 1994 und langjähriger aktiver Spieler.

Im Jahre 1986 stand das 40jährige Vereinsjubiläum an. Der bereits festgelegte Termin platzte. Im gleichen Jahr wollte die Tennissparte die Plätze um einen Dritten erweitern. Der enorme Aufschwung bei dieser Sparte, besonders im Jugendbereich und Vorschriften des Verbandes erforderten dies. Die gegenteiligen Interessen der damaligen VfB-Vorstandschaft, des Marktrates, örtliche Vereine und einiger Anwohner ließen das Projekt scheitern.

Im Jahre 1987, im 2. Anlauf, wurde die 40-Jahr-Feier des VfB begangen. Für dieses Fest wurde die Vereinsfahne restauriert. Im Rahmen eines Pokalturniers der 1. Mannschaft, Spiele der Schülermannschaften und einem kleinen Bierzelt wurde der weltliche Teil gefeiert.
Ein Gottesdienst im Freien vereinte Mitglieder im Dankgebet. Danach wurden im Zelt Ehrungen vorgenommen:
Die verdienten Mitglieder Max Stößl und Adalbert Nar sen., bereits Inhaber von Goldenen Ehrennadeln, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ihre Verdienste wurden bereits bei deren Verleihung festgehalten.
Die Goldene Vereinsnadel wurde überreicht an Joachim Beerhold, Alfred Hanrieder, Anton Schwab und Fritz Miedel.
Joachim Beerhold war von 1967 bis 1970 Ausschußmitglied, von 1971 bis 1977 Vereinskassier, von 1982 bis 1994 Ausschußmitglied, von 1980 bis heute stellv. Spartenleiter Tennis und Kassier. Weiterhin ist Beerhold im Marktrat der Mittler zwischen Rat und VfB. er hat die Interessen des VfB immer gut vertreten.
Alfred Hanrieder war 1961 Ausschußmitglied, von 1962 bis 1968 Schriftführer, von 1969 bis 1972 Ausschußmitglied, 1972 Jugendtrainer, von 1973 bis 1977 stellv. Vorstand, von 1980 bis 1986 Spartenleiter Tennis, von 1987 bis heute Schriftführer Tennis. Hanrieder war federführend beim Bau des Vereinsheimes und leitete den Arbeitsdienst.
Anton Schwab war 1. Vorstand 1946 und 1947, damit der erste Vereinsvorstand des VfB, zugleich Schriftführer 1946.
Friedrich Miedel war 1. Vorstand 1980 und von 1983 bis 1987, stellv. Vorstand von 1981 bis 1983 und 1990 bis 1994, Ausschußmitglied 1988 und 1989, Jugendleiter 1979/80 und 1986, Schülertrainer 1988/89.

Im November 1987 trat der amtierende Vorstand Friedrich Miedel zurück. Die Amtsgeschäfte übernahm Adalbert Nar jun., bis dahin stellv. Vorstand. Im April 1988 wurde Nar offiziell zum 1. Vorstand gewählt. In den Folgejahren wurden die Spieler im Jugendbereich immer weniger. Um wenigstens den Spielwilligen den Wettkampf bieten zu können, bildete der VfB mit dem Nachbarverein Dollnstein im Jugend- und Schülerbereich eine Spielgemeinschaft.

In der Jahresversammlung 1988 mußte eine Beitragserhöhung durchgeführt werden. Um bei größeren Anschaffungen und bei der Vergütung für Übungsleiter Zuschüsse vom Verband bzw. Kreis erhalten zu können, wurde der Betrag von DM 3.-- mtl. auf DM 4.-- erhöht. Die Zustimmung der Mitglieder wurde erteilt.

Im Jahre 1989 wurde wieder ein größeres Pokalturnier abgehalten. Im Rahmen von Ehrungen überreichte der Vorstand Joachim Beerhold die Urkunde mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des VfB. Damit ist Beerhold das vierte Ehrenmitglied im Verein.

Im Mai 1990 wird anton Pfaller zum Vorstand gewählt. Diesen Posten hat er auch jetzt noch inne.

Von 1990 bis heute sind keine größeren Daten in der Vereinschronik verzeichnet, sieht man von einem Einbruch 1992 im Sportheim ab. Ein Geldbetrag wurde gestohlen, schlimmer waren die Kosten der Sachbeschädigung. Wenn auch keine Jubiläen gefeiert wurden, sagt das nicht, daß im Vereinsleben nichts los war. - Im Gegenteil!

Vereinsbälle, Schafkopfturniere um den Vereinsmeister, Schafkopfturniere der örtlichen Vereine, Turniere mit anderen Sportvereinen, Lumpererbälle, Weihnachtsfeiern der Senioren und der Jugendlichen, Feste der einzelnen Sparten und Mannschaften und Jugendpokalturniere prägten das Vereinsleben. Diese Arbeit wollte erst mal getan werden.

In der Jahresversammlung 1990 erhielt Herbert Langosch die goldene Vereinsnadel. Langosch war Ausschußmitglied 1986 bis 1990 und aktiver Spieler.

Bis 1992 stieg die Mitgliederzahl auf 420 Personen, der höchste Stand in der Vereinsgeschichte.
Im Mai 1992 verläßt Hauptschullehrerin Rosa Reile Mörnsheim. Dieses Datum steht in der Chronik, da Frau Reile seit Bau der Schule 1967 im dortigen Gymnastikraum das Frauenturnen des VfB leitete. 25 Jahre stellte sie sich in den Dienst des Vereinssports und dies ohne laute Töne. Danke, Frau Reile!

 

Sportplatz- und Sportheimneubau
Ein Meilenstein in der Geschichte des VfB Mörnsheim



Nach dem Gründungsjahr 1946 und auch in den folgenden Jahren in der Nachkriegszeit bis Mitte der 50er Jahre hat wohl keine Vereinsführung an einen Sportplatzneubau bzw. den Bau eines Sportheims gedacht. Aber nach dem Wirtschaftsaufschwung und nachdem es jedem schon wieder etwas besser ging, wurde dies schon realistischer. So konnte damals der Sportplatz von Altendorf nach Mörnsheim verlegt werden, nachdem von Oskar Lang eine Wiese am jetzigen Sonnenweg (2. Sportplatz) zur Verfügung gestellt wurde.

Aber trotzdem waren die Wasch- und Umkleidemöglichkeiten in der Waschküche vom Ausschußmitglied Franz Netter noch recht einfach, und besonders in der kalten Jahreszeit sehr ungemüdlich. Auch das wurde besser, als das Feuerwehrhaus gebaut wurde und die Gemeinde dem Sportverein die Dusch- und Umkleideräume zur Mitbenutzung zur Verfügung stellte. Aber der Weg vom Sportplatz zum Umkleiden war noch recht weit. Es wurde weitergesucht, um ein Grundstück zu erwerben, auf dem Sportplatz und Sportheim beieinander waren. Aber alle Grundstücksverhandlungen scheiterten, da auch damals alle Flächen, die in Frage kamen, noch voll landwirtschaftlich genutzt wurden. Aber man gab nicht auf. Als im Jahre 1969 Ferdinand Zehndbauer Vorstand wurde, setzte sich dieser mit seiner Mannschaft noch intensiver einen Sportplatz- und Sportheimneubau zum Ziel.

Durch den Beginn der Flurbereinigung kam Bewegung in die starre Grundstückspolitik. So konnte die Gemeinde unter Bürgermeister Alfons Lamm im Jahre 1972 den bisherigen gepachteten Sportplatz von Oskar Lang erwerben. Auch zwei weitere Grundstücke konnten im Anschluß im Tal dazu erworben werden. Zur gleichen Zeit kaufte der VfB zwei Gartengrundstücke, durch Vermittlung von Adalbert Nar sen., entlang der jetzigen Frühlingsstraße zum alten Sportplatz aus Privathand. Auf diesen solte das Sportheim errichtet werden.

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Aber noch war es nicht soweit. Vorerst beantragte der VfB beim FÜW einen Stromanschluß auf einem dieser Grundstücke (wurde vom späteren Besitzer an den VfB zurückerstattet). Darauf errichteten die Vorstandsmitglieder Adalbert Nar sen. und Joachim Beerhold die kleine VfB-Trafostation mit Hohlblöcken mit einem Dach aus Eternit und einer feuerhemmenden Tür. Von da aus konnten nun die schon bestehenden Lichtmasten am Sportplatz über einen Zähler mit Strom versorgt werden. Das lästige Kabelverlegen vor und nach dem Training mit mehreren Verlängerungskabeln, von schon bestehenden Häusern an der Hangseite der Frühlingsstraße, war nun um ein wesentliches verbessert. Zu dieser Zeit waren Trainings- und Spielbälle sowie diverse Geräte in der Garage von Vereinskassier Joachim Beerhold untergebracht. Auch der Bierverkauf am Sportplatz wurde von Familie Beerhold von dort aus betrieben, um die Eigenmittel des Vereins ständig zu erhöhen.

Aber auch anders wurde die Zeit genutzt. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Architekten Leo Hajek, dem man als Mitglied und ortsansässigen Architektenbüro die Planung der gesamten Sportanlage übertragen hatte, stellte der VfB Antrag auf Zuschüsse an den Bayerischen Landessportverband, den Bezirk Oberbayern, den Landkreis Eichstätt und an die Gemeinde selbst.

Mit dem damaligen Marktrat unternahm die Vorstandschaft Fahrten in die Umgebung von Ingolstadt, da dort bei größeren Vereinen schon neue Sportanlagen bestanden. Man war immer bestrebt, nach Möglichkeit das Beste in der Größenordnung für Mörnsheim zu erreichen. Hierbei wurde in der Planung noch immer der jetzige alte 2. Sportplatz und das Sportheim an der Frühlingsstraße zu diesem Sportplatz angenommen. Aber wir hatten die Rechnung ohne das Wasserwirtschaftsamt gemacht. Dieses verweigerte uns aus Gründen des Hochwasserschutzes eine Auffüllung des alten Sportplatzes in der Mitte des Tales. Trotz massivsten Druckes der Marktgemeinde und der VfB-Führung konnte keine Umstimmung des WWA in Sachen Auffüllung erreicht werden. Die VfB-Vorstandschaft war auf der Gegenseite aber nicht bereit, einen Sportplatz mit hohen Kosten zu errichten, der ohne Anhebung des Niveaus jedes Jahr vom Hochwasser beschädigt werden konnte, zumal ein neuer Sportplatz mit seiner künstlich aufgebauten, durchlässigen Oberschicht viel anfälliger gegen Abtragung bei strömendem Hochwasser gewesen wäre, als die alte gewachsene Wiese vom Lang Oskar. Zu dieser Zeit hatte die Gemeinde auch Schwierigkeiten mit der Naturschutzbehörde wegen ihres geplanten Baugebietes am "Grafs Loch". Neue Verhandlungen mußten aufgenommen werden und in vielen, vielen Sitzungen wurde zum Teil mit dem Marktrat-Bauausschuß, aber auch in der Vorstandschaft getagt und beraten, um zu einem neuen Ergebnis zu kommen. Denn bei einer weiteren Verzögerung drohten die zwischenzeitlichen genehmigten Zuschüsse zu verfallen. Das Ergebnis war ein Tausch zwischem dem VfB und der Marktgemeinde. Da die Flurbereinigung noch nicht soweit war, konnte eine vorzeitige Besitzveränderung im öffentlichen Interesse mit dem damaligen Besitzer Werner Henle, jedoch nur zu dessen Konditionen mit der Marktgemeinde erreicht werden. Um nicht die Zuschüsse verfallen und das ganze Projekt scheitern zu lassen, entschloß sich der Marktgemeinderat schweren Herzens, den hohen Forderungen nachzukommen. Dabei waren die Jugendarbeit und die sportlichen Betätigung aller interessierten Bürger ein wichtiges Argument.

Die Planung war nun so ausgerichtet, wie Sportheim und Sportplatz sowie Hartplatz und Kinderspielplatz heute bestehen. Dabei mußte die Planung nach den neuen Kriterien und Größenordnung ausgerichtet und auch Antrag an alle Institutionen um Erhöhung der Zuschüsse gestellt werden. Dies wurde auch durch das Engagement zweier damaligen Vorstandsmitglieder erreicht. In diesen Planungen waren auch in Bezug auf die Größe der Dusch- und Umkleideräume der Schulsport in Absprache aller Beteiligten mit einbezogen, da die Gemeinde nicht zwei Freisportanlagen betreiben wollte. Dies wurde später von der damaligen Schulleitung nicht mehr so gesehen - man gab sich mit dem alten Schulturnplatz zufrieden, da der Weg zum neuen Gelände zu weit sei. Da die Planung wegen der Bezuschußung nicht noch einmal verändert werden konnte, mußte dann später so gebaut werden. Lediglich ein Geräteraum, dem heutigen Tennisraum im Sportheim, konnte

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von den Dusch- und Umkleideräumen abgezogen werden. Dazu mußte jedoch ein Tekturplan erstellt werden. Daran kann man ersehen, wie streng die Zuschußrichtlinien damals schon gehandhabt wurden.

In diesem Zusammenhang muß man auch spätere Kritik an der zu kleinen Küche zurückweisen. Der gesamte Raum wurde als Gymnastikraum bezuschußt. Die beiden Räume (jetzige Küche und Gerätelagerraum) wurden von zwei Vorstandsmitgliedern abgemauert und bei der Abnahme als Geräteraum für Gymnastikgeräte deklariert. Man muß bedenken, daß damals außer Buxheim als nächstes Sportheim zu Mörnsheim und auch im Weißenburger Kreis noch kein Verein ein eigenes Sportheim hatte. Zu dieser Zeit dachte man in der eigenen Vereinsführung lediglich an Herrichten von Wurstsemmeln und Warmmachen von Würstchen, sowie Ausschenken von Getränken ohne eingebaute Theke, für die eigene und vielleicht auch für die Gästemannschaften. Ein Verlust der Zuschüsse hätte bei Nichteinhaltung der Planung bei der Größe der Geschößfläche der heutigen Wirtschaft einen Abzug bis zu 25% ausgemacht. Dies konnte bei der damaligen ausgereizten Finanzlage nicht riskiert werden. Bei regem Engagement sollte es der jetzigen oder späteren Vorstandschaft möglich sein, einen Überbau in Richtung Hang zur Vergrößerung der beschriebenen Räume zu verwirklichen.

Nachdem nun alle planerischen Hürden genommen waren konnte im Dezember 1973 vorerst mit dem Abschieben von 4500 ccm Mutterboden auf der Fläche des Sportplatzes begonnen werden. Mit Unterbrechung im Winter wurde zügig 1974 eine Hangdrainage verlegt und der Platz ca. 1 Meter aufgefüllt. Dabei wurden 12000 ccm Steinbruchschutt aufgeladen, angefahren und verschoben. Hierbei unterstützte uns das Zementwerk unter Hr. Dr. Bückert mit 235 Schieberstunden und ca. 600 Zentner Zement und Binder für den Bau des Sportheimes. Dafür sei heute nochmals herzlichst Dank gesagt!

Im Zuge der laufenden Arbeiten wurde auch der jetzige Hartplatz mit aufgefüllt. Dabei ist erwähnenswert, daß hauptsächlich Sportvereinsmitglieder die alte Kegelbahn und den Keller hinter dem ehemaligen Bräuhaus auf Bitten der Gemeinde abrissen und der Bauschutt und Teile des Bräuhauses zum Auffüllen benutzt wurden.

Der Sportplatzbau ging weiter mit dem Einbau einer versenkten Beregnungsanlage, vorbildlich in der damaligen Zeit, und selbst heute gehören solche Anlagen nicht zum Standard aller Vereine. Die Fa. Eirich brachte von den 11400 qm Gesamtfläche 8500 qm Bodengemisch aus 30% Mutterboden, 50% Sand, 10% Torf und 10% Styromull inklusive 14 Zentner Dünger auf. Die Randflächen wurden zur Kosteneinsparung selbst erstellt. Im Mai 1975 wurde der Sportplatz dann von der Fa. Eirich eingesät. Zwischenzeitlich wurde in Eigenregie ein Brunnen zur Bewässerung des Spielfeldes erstellt.

Ein Kuriosum am Rande war, daß nach der Einsaat, der Rasen war gerade am Sprießen, die auf der benachbarten Wiese von Alois Netter weidenden Kühe den Elektrozaun durchbrachen und friedlich auf unserem neuen Rasenfeld umhermarschierten. Die Versicherung lehnte eine Regulierung ab und erst als die Vereinsmitglieder Alfred Hanrieder und Joachim Beerhold einen Vertreter herzitierten, konnte ein Weg gefunden werden. Danach mußte die Fa. Eirich den Platz nochmals abziehen. Dadurch wurde es notwendig, baldmöglichst eine Umzäunung zu erstellen. Dabei wurden wieder wesentliche Eigenleistungen erbracht. Nach dem Bau einer Treppe in der Böschung auf der Hangseite und einer Stützmauer hinter dem Sportheim war Ende 1975 der Sportplatz bis auf Feinarbeiten fertiggestellt.

Bereits Ende März 1975 wurde auch mit dem Bau des Sportheimes begonnen. Als erstes mußten 75 Meter Kanalleitungen zum Sportheim und die Abwasserverteilung unter der Bodenplatte nach den Plänen von Vereinskassier Beerhold verlegt werden. Bei der Verlegung des 75 Meter Hauptkanals kam es auch wieder zu einem nicht eingeplanten Vorfall. Nachdem die Rohre mit entsprechendem Gefälle sorgsamst verlegt und punktmäßig eingesandet waren, konnte die gesamte Einsandung wegen einbrechender Dunkelheit nicht fertiggestellt werden. Über Nacht brachte ein Gewitter mit starken Regenfällen unsere verlegte Leitung zum Schwimmen. Dafür durften wir nach dem Versickern des Wassers am nächsten Tag nochmals die gesamte Leitung einrichten. Danach wurde der Graben aber sofort komplett eingesandet. Nach der Betonierung der Bodenplatte wurde der Rohbau zügig erstellt. Am 24. April 1975 wurde ein Schriftstück und eine Festzeitschrift zum 25jährigen Vereinsjubiläum als Grundsteinlegung in das Mauerwerk verschlossen eingebracht. Die Fa. Schlicker als Bauunternehmer stellte einige Maurer, Vereinsmitglieder waren für die Bereitung des Mörtels als Helfer zuständig. Diese nahmen zum Teil Urlaub oder waren Schichtarbeiter. Bei letzteren mußte immer wieder Ersatz gefunden werden, wenn diese zur Arbeit mußten. Hier muß der damalige 2. Vorstand Alfred Hanrieder besonders hervorgehoben werden. Er sprach während der ganzen Bauphase immer wieder nach Bedarf die erforderlichen Helfer an und teilte diese ein. Dabei kam ihm der Kontakt in der Sparkasse sehr zum Vorteil, ansonsten wäre dies nur schwer zu bewältigen gewesen. Auch der 1. Vorstand Ferdinand Zehndbauer war natürlich stets um Arbeitskräfte bemüht und mußte auch öfters einspringen, wenn fast niemand aufzutreiben war. Ansonsten war er aber auch fast täglich am Bau zu finden und legte auch selbst fest mit Hand an. Nach dem Rohbau wurde wurde das Dach wieder in eigenregie eingedeckt und damit hatte der Bau seinen Deckel. In der Zeit darauf wurden die Fenster von der Fa. Platzer eingesetzt. Die Fa. Notzon erstellte den Elektroanschluß bis zum Zähler- und Verteilerkasten. herr Hubert Wenzel schalte die Treppe ein und betonierte diese mit. In Eigenregie wurden die restliche Elektroinstallation, die gesamten Abwasserleitungen, die Sanitärinstallation warm und kalt, sowie die gesamte Heizungsanlage erstellt. Weiter wurden die Türzargen gesetzt, Treppen und Pflaster verlegt und Fliesenarbeiten ausgeführt.

Langsam ließ nun auch die Euphorie der ersten Jahre nach und es wurde immer schwerer Arbeitskräfte zu mobilisieren. Da halfen auch sogenannte groß angelegte Arbeitsdienste, die von einzelnen Vorstandsmitgliedern angeregt wurden, nichts, da viele helfer bei den anstehenden Ausbau- und berufsbedingten Arbeiten gar nicht sinnvoll eingesetzt werden konnten. Dafür erhöhten sich die Arbeitsstunden einzelner, die in der Pflicht standen, enorm. Dazu muß erwähnt werden, daß bei der Aufstellung des Finanzierungsplanes von jedem Vereinsmitglied 60 Arbeitsstunden angenommen wurden. Nach dem Anbringen des Innenputz brachte die Fa. Schlicker auch im Spätherbst 1977 den Außenputz an. Dieser Außenputz konnte wieder von Vereinsmitgliedern in Farbe gelegt werden. Damit war das Gröbste getan. Die restlichen Ausbau- und Feinarbeiten zogen sich noch bis zum Jahre 1979 hin.

Zwischenzeitlich waren einige Vorstandsmitglieder aus verschiedenen Gründen zurückgetreten und als im Jahr 1980 auch der 1. Vorstand Ferdinand Zehndbauer den Vorsitz niederlegte, war fast niemand mehr von der alten Mannschaft im Amt. Die Baumaßnahmen waren fast abgeschlossen, aber es dauerte trotzdem noch bis zum Juli 1981, ehe unter dem 1. Vorstand Bernhard Burzler, der im gleichen Jahr zum Vorstand gewählt wurde, Sportplatz und Sportheim mit einem sportlichen und gesellschaftlichen Festprogramm eingeweiht werden konnten. Damit endet der Neubau des Sportplatzes und des Sportheimes, nachdem zuvor schon der Abschlußbericht und der endgültige Verwendungsnachweis erbracht war, und die Baumaßnahmen amtlich als abgeschlossen bestätigt waren.

Finanzierung des Sportplatz- und Sportheimneubaus:

Kostenvoranschlag gesamt:

586.872,-- DM

Zuschußfähige Kosten:

560.608,-- DM



Verwendungsnachweis - Zahlenmäßige Nachweisung:

Staatszuschuß über den Bayer. Landes-Sportverband

112.000,-- DM

Staatsdarlehen über den Bayer. Landes-Sportverband

56.000,-- DM

Zuschuß der Marktgemeinde Mörnsheim

120.000,-- DM

Zuschuß des Bezirks Oberbayern

6.000,-- DM

Zuschuß des Landkreises Eichstätt

30.600,-- DM

Sach- und Barspenden Dritter

31.000,-- DM

VfB eigene Barmittel

20.899,-- DM

Eigene Arbeitsleistung des Vereins

80.570,-- DM

Sonstige Spenden als Sach- und Arbeitsleistung

138.111,-- DM

 

 

Gesamtaufwendungen

595.180,-- DM



Aus den vorliegenden Zahlen können sie ersehen, daß der Kostenvoranschlag um 8.300,-- DM überschritten wurde.
Während der gesamten Baumaßnahme wurden insgesamt 7.640 freiwillige Arbeitsstunden erbracht. Dies ergäbe bei einem damals angenommenen Stundenlohn von 13,-- DM einen Betrag von 99.320,-- DM. Der Betrag differiert gegenüber dem Verwendungsnachweis um 18.750,-- DM, weil nach dem Nachweis noch weitere Arbeitsstunden geleistet wurden.

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Nach dem ausführlichen chronologischen Bericht über die Gesamtbaumaßnahme sei es uns erlaubt, die Personen aufzuführen, welche mehr als 100 freiwillige Arbeitsstunden erbracht haben:

Zehndbauer Ferdinand

1.053 Std.

 

Hanrieder Alfred

731 Std.

Beerhold Joachim

588 Std.

 

Nar Adalbert sen.

458 Std.

Zehndbauer Robert

297 Std.

 

Wankerl Oskar (verstorben)

244 Std.

Berger Franz(verstorben)

189 Std.

 

Böheim Erwin

177 Std.

Hausmann Wilfried

137 Std.

 

Stier Hans

135 Std.

König Gerhard

129 Std.

 

Netter Werner

123 Std.

Vitzthum Adolf

122 Std.

 

Welzel Hubert(verstorben)

120 Std.

Baumann Xaver(verstorben)

114 Std.

 

Hausmann Otto

109 Std.

Stelz Emil(verstorben)

103 Std.

 

Burzler Werner sen.

100 Std.



Auf diesem Wege sei natürlich allen Helfern nochmals herzlichst gedankt, die mit ihren freiwilligen Arbeitsstunden ihren Verein so tatkräftig bei den Baumaßnahmen unterstützt haben!

Bei all unserem Dank wollen wir auch den Dank an Gott nicht vergessen, daß trotz der vielen freiwilligen Arbeitsstunden die Baumaßnahmen ohne größere Unfälle vollendet werden konnte.

Möge das Sportzentrum in Mörnsheim weiterhin eine Begegnungsstätte der Jugend und kommender sportbegeisterter Generationen werden, wie es das Ziel und die Beweggründe ihrer Planer und Erbauer waren!!!

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FUSSBALL - DIE WICHTIGSTE SPARTE DES VEREINS


Fußball war der eigentliche Grund zur Gründung des VfB. Dieser Ballsport hat seine eigene Faszination. Ist esdas Flair des Stadions, die Emotionen, die aufbrechen, das Mitfiebern mit der eigenen Mannschaft, was ihn für den Zuschauer so interessant macht???
Noch viel schöner muß es sein, selbst auf dem Rasen zu stehen, den Ball zu spielen, den Gegner zu narren, Tore zu schießen, zu gewinnen, gefeiert zu werden !!!

Aber zu diesem Sport braucht man nicht nur Spieler. Man braucht Personen, die sich in deren Dienst stellen. Spartenleiter, Trainer, Schiedsrichter, Betreuer, Fahrtgelegenheiten und natürlich die Vereinsleitung. Es ist nicht einfach, solche Leute zu bekommen. Es war früher so, es ist heute so und es wird morgen so bleiben. Gerade in der jetzigen Zeit, in der sich immer mehr jeder selbst der Nächste wird, ist es nicht hoch genug zu schätzen, wenn sich jemand in den Dienst der Sache Sport stellt.

Der VfB Mörnsheim spielte seit seiner Gründung mit der 1. Mannschaft in der C- bzw. B-Klasse. Nur einmal in der Geschichte der Fußballabteilung hatte man die Chance, in die A-Klasse aufzusteigen, das entscheidende Spiel ging jedoch verloren.

Ab der Gründung der Sparte 1946 spielte man in der B-Klasse, damals die unterste Klasse im Fußballkreis Jura. Ab 1948 wurde wegen des großen Zustroms neuer Vereine eine C-Klasse aufgestellt. Durch Siege in der Qualifikation verblieb der VfB damals in der B-Klasse. Bis 1952 spielte man dort, 1953 mußte man das erste Mal absteigen. Wie auch in den späteren Jahren, hängten nach dem Abstieg einige Spieler die Fußballschuhe an den berühmten "Nagel" und man verblieb deshalb bis 1956 in der untersten Klasse. Dank guter Jugendarbeit konnte man 1956 zwei erst 17jährige Spieler, Alfred Hanrieder und Konrad Böheim, übrigens Vereinskassier 1961 bis 1969, Trainer der 1. Mannschaft 1969/70, Beisitzer Sparte Tennis 1980/81, Trainer der Jugend 1970/71 und langjähriger aktiver Spieler, einbauen, mit deren Einsatz man den Aufstieg schaffte. Spartenleiter war Xaver Feßlmeier, einen eigenen Trainer kannte man damals noch nicht.
1959 übernahm Adalbert Nar sen. (damals noch kein Sen.) den Posten des Spartenleiters und behielt ihn bis zum Jahre 1983.
Bis zum Jahr 1960 konnte man sich in der B-Klasse mit wechselndem Erfolg behaupten, 1961 kam der Abstieg.

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Bis zu diesem Zeitpunkt kannte man in Mörnsheim noch kein geregeltes Training. Die umliegenden Vereine waren uns da voraus.
1962 wurde dies durch Nar auch bei uns eingeführt und prompt zeigte sich der Erfolg. Junge und konditionsstarke Spieler wurden eingebaut und besonders durch Tore von Erwin Eisenschenk schaffte man den Aufstieg sofort wieder.

Mit der Zeit wurde Adalbert Nar die Doppelbelastung Spartenleiter und Trainer zuviel. Man gewann den Eichstätter "Platz Schorsch" als Trainer. Als dieser 1964 dieses Amt niederlegte, konnte der damals in Eichstätt wihnende, ehemalige Vorstand Max Stößl, als Trainer gewonnen werden. Er brachte zusätzlich Heinz Walter, bayer. Meister im Boxen, als Konditionstrainer mit. Das geregelte und harte Trainig zeigte Erfolg und man behauptete sich in der B-Klasse 16 Jahre lang.

Diese Jahre unter dem Duo Adalbert Nar und Max Stößl waren Glanzjahre für die Fußballabteilung. In diesen Jahren konnten, vorbereitet durch Jugendleiter Franz Berger, die Mühlheimer in den VfB integriert werden. In Mühlheim gab es hervorragende Spieler, die zeitweise die Mehrheit der Mannschaft bildeten. Namen wie Plapperer Max, Reindl Michael, Bittl Gerhard, Haller Ernst, Beck Karl-Heinz, Bruckner Manni, Plapperer Franz, Frühholz Heinz, Henle Lothar, Dorr Walter, Dorr Ludwig, Steff Hans usw. bleiben in Erinnerung.

Verstärkung erhielt die Mannschaft aus Eichstätt. Spieler wie Pfaller Roman, Puchtler Willi, Kurt und Hansi waren echte Verstärkungen.
Auch das Umfeld stimmte. Den Spielern und Vereinsmitgliedern wurde dank Stößl jedes Jahr eine Vereinsfahrt geboten. Dadurch wurde der Zusammenhalt der Mannschaft gefördert und diese dankte dies durch konstante Leistung.

Auch im Vereinspokal war man gefürchtet. Höherklassige Gegner, wie z.B. Dürrwangen wurden knapp geschlagen, gegen Weißenburg und Treuchtlingen unterlag man jeweils nur knapp.

Als der Bau der Sportanlage begann, erhielten sie Fußballer einen der besten Plätze weit und breit. Jeder Gegner war begeistert vom feinsten Rasen, die Beregnungsanlage wurde bestaunt. Das erste Spiel auf dem Platz trug man gegen die höherklassigen Gaimersheimer aus.

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Ab 1979 waren die fetten Jahre der Fußballer vorbei. Es begann ein Auf und Ab. Abstieg in die C-Klasse, Aufstieg in die B-Klasse, Abstieg in die C-Klasse, insgesamt fünf mal.
1979 verlor man in der letzter Minute gegen Nennslingen und stieg ab. 1980 schaffte man den Aufstieg sofort wieder. Das Entscheidungsspiel damals fand gegen Obereichstätt statt und endete vor 400 Zuschauern mit 2:1.
War man wieder oben, ging es das nächste Jahr wieder nach unten. Merkwürdige Entscheidungen der Kreisspielleitung trugen dazu bei. Konnte man in Pappenheim gegen Meinheim 2:1 gewinnen, verlor man in Dollnstein gegen Schernfeld mit 3:4 n. V. Obwohl man Meinheim bereits geschlagen hatte, mußte der VfB nochmals antreten und verlor in Pappenheim mit 2:4 n.V.

Bei der Platzeinweihung 1981 trat man als C-Klassist an. Die Mannschaft hielt trotzdem das Eröffnungsspiel gegen den VfR Neuburg lange offen und verlor nur knapp.

In der Spielrunde 82/83 schaffte man mit 47:5 Punkten souverän die Meisterschaft. Sogar die Reserve errang in diesem Jahr den Titel.

Nachdem Adalbert Nar sen. die Spartenleitung abgab, übernahm Michael Reindl dieses Amt. Er wurde bald unentbehrlich. Ob als Spartenleiter (3 Jahre), Betreuer Jugend (3 Jahre), Vorstandsmitglied (15 Jahre), Trainer Jugend (3 Jahre), "Micko" war überall zu brauchen, sogar als Nikolaus machte er Karriere.

1983/84 ging es wieder nach unten, wie in einem Fahrstuhl. Nur 10 Pluspunkte konnte man ergattern. Bis 1992 spielte man in der untersten Klasse. Michael Reindl legte die Spartenleitung nieder und widmete sich der Jugendarbeit. Hans Stier übernahm die Fußballsparte. In diesem Jahr belegte man den 3. Tabellenplatz, der in diesem Fall zum Aufstieg berechtigte. Der damalige Trainer war Joachim Stößl. Endlich war man wieder da, wo man vom VfB aus hingehörte. Im gleichen Jahr war man Sieger des Raiffeisenpokalturniers über Dollnstein und Wellheim/Konstein.
1994 wäre fast der Abstieg wieder fällig gewesen. Im letzten Spiel in letzter Minute fiel der Siegtreffer gegen Pollenfeld mit 2:1 und zugleich siegte Titting gegen TV Weißenburg, die damit absteigen mußten.

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Im Jahr 1995 belegt man den 8. Tabellenplatz, in der jetzigen Saison spielt man um einen Spitzenplatz mit. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen brachte die Verpflichtung von Spielern aus Dollnstein, Wellheim, Pleinfeld und aus dem ehemaligen Jugoslawien sicher eine spielerische größere Qualität. Zum anderen gelang mit der Verpflichtung von Trainer Wilhelm Radmacher aus Dollnstein ein echter Glücksgriff. Sein Sachverstand, sein guter Trainingsaufbau und sein Umgang mit den Spielern trägt wesentlich zu dem guten Tabellenplatz bei. Wielleicht gelingt es, den 2. Tabellenplatz zu halten, der zu Qualifikationsspielen um den Aufstieg zur A-Klasse berechtigt. Sehen wir uns mal in der A-Klasse wieder ??? --- Schön wärs !!! (Siehe Nachtrag)

Es kann nicht verschwiegen werden, daß die Verpflichtung auswärtiger Spieler und des Trainers finanzielle Belastungen bringen. Die Gründung eines Sponsorrings durch Joachim Stößl ermöglicht, daß der Verein nicht über Gebühr belastet ist.

Um den Nachwuchs an Spielern für die 1. Mannschaft zu sichern und weil zahlreiches Interesse bestand, stellte die Spartenleitung eine Reservemannschaft auf. Diese übernahm das Vorspiel vor dem jeweiligen Meisterschaftsspiel. Doch viele Vereine hatten keine Reserve, so daß zahlreiche Spiele ausfielen. Deshalb und weil man um den Nachwuchs besorgt war, baute der VfB frühzeitig eine Jugendabteilung auf. In den Anfangsjahren konnte man nur Freundschaftsspiele austragen, da noch keine Punktrunde bestand. Als im Jahr 1954 eine Jugendklasse angeboten wurde, meldete der VfB eine Mannschaft an, die auf Anhieb den Meistertitel errang. Höhepunkt dieser Jugendjahre war eine Reise nach Gotha in der damaligen DDR. Unter Führung des 1. Vorstandes Heinz Weidensee, gebürtig dort, und des damaligen Jugendleiter Ferdinand Zehndbauer zahlte man sportlich Lehrgeld, trotdem war die Reise unvergeßlich für die Mannschaft. 1966 errang die Jugendmannschaft den Meistertitel.

In den Jahren 1970/71 war wieder eine sehr erfolgreiche Jugendmannschaft vorhanden. In diesen Jahren lag die Leitung der Abteilung in den Händen von Franz Berger. Ihm zur Seite stand als Trainer Konrad Böheim. Die kameradschaftliche Art Berger's (meene Buben) kam bei den Jugendlichen an. Höhepunkt dieser Jahre waren die beiden Begegnungen mit der Jugendmannschaft des FC Bayern München, 1970 und 1971, anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Vereins. Zwar verlor man beidemal, aber daß man gegen spätere Stars spielte, fanden die Spieler super.

Bis ins Jahr 1987 kann man die Jugendmannschaft in der Chronik finden. Dann war man gezwungen, mit Dollnstein eine Spielgemeinschaft einzugehen, da man allein nicht mehr genügend Spieler hatte. Versuche, wieder eine A-Jugend aufzustellen, mißlang. Nach Auflösung der Spielgemeinschaft mit Dollnstein vereinbarte man mit Solnhofen, daß interessierte Spieler aus Mörnsheim dort "geparkt" wurden, um wenigstens deren Interesse zu bewahren. Erst 1995/96 meldete man wieder eine eigene A-Jugend an.

Angespornt durch Leistungen der "Älteren" in der Jugend, wollten auch die Jüngeren nicht hintenanstehen. Es wurde eine Schüler, Spieler bis 14 Jahre, gegründet. Bereits 1949 erscheint die Mannschaft in der Chronik, wird aber wieder aufgelöst.
Ab 1964 kann man sie wieder verfolgen. Unter Schülerleiter Erwin Böheim und Betreuer Bernhard Burzler konnten sie Erfolge bis zum Meistertitel aufweisen. Bis zum Jahr 1987 war die C-Jugend, wie sie heute heißt, im Verbandsspielbetrieb und wurde in diesem Jahr Schülermeister, bis sie ebenfalls in der Spielgemeinschaft mit Dollnstein aufging.

Im Jahr 1985 versuchten sich auch die "Kleinsten" im Verein. Unter der Leitung von Sybille Langermoser entstand eine E-Jugend, sogar Mädchen wollte man einbauen. Im darauffolgenden Jahr stellen die Jüngsten den Spielbetrieb wieder ein, aber ab dem Jahr 1990 stabilisierte sich deren Spielbetrieb. 1994 wurde die D-Jugend Meister, ebenso die B-Jugend. Die E-Jugend wurde Pokalsieger in Schambach 1993. Dank der Initiative und dem Einsatz von Hans Stier, als erfolgreicher Torwart Idol der Jungen, organisierte man Turniere der Jugendlichen. Dadurch wuchs die Begeisterung der Spieler und auch die Eltern engagierten sich nunmehr vermehrt als Betreuer. Es stand eine C-Jugend, eine D-Jugend, eine E-Jugend und sogar eine F-Jugend. Hier ist der VfB auf dem richtigen Weg.

Nachtrag: Der VfB konnte in der B-Klasse den 2. Tabellenplatz bis zum Saisonende halten. Das in Bieswang ausgetragene Spiel gegen Kickers Treuchtlingen ging mit 1:4 Toren verloren. Auch der zweite Anlauf des VfB zur A-Klasse mißlang. Aber "aller guten Dinge sind drei"! Warten wir die neue Saison ab.

 

TENNIS - DAS ZWEITE STANDBEIN DES VfB


Im Rahmen der Gestaltung der Außenanlagen am Sportheim errichtete die Marktgemeinde einen Allwetterplatz mit einer Teerschicht und einen Festplatz anschließend nach Westen. Zur Südseite zu blieb das Wiesenniveau erhalten. Dort wollte man den Ausweichplatz der Fußballer errichten.

Genau zu dieser Zeit begann Boris Becker seinen Höhenflug im Tennis. Joachim Beerhold und Alfred Hanrieder erkannten die Chance, die sich dem VfB bieten könnte und überzeugten den Marktrat, auf dem Teerplatz zwei Tennisfelder einzeichnen zu lassen. Zu Beerhold und Hanrieder gesellten sich Konrad Böheim und Anton Mayr jun. und schon versuchte man sich im Tennis. Als mehrere Vereinsmitglieder ihr Interesse an diesem Sport zeigten und Kinder auf den Hartplätzen zu spielen begannen, suchte man wiederum mit dem Marktrat das Gespräch.

Dem VfB kam zugute, daß zur damaligen Zeit der Fremdenverkehr in unserer Gegend vom Staat sehr gefördert wurde. Es standen Mittel aus dem Programm "Freizeit und Erholung" zur Verfügung.

Der Marktrat zeigte sich aufgeschlossen, machte aber zur Bedingung für den Bau, daß der VfB den Unterhalt und die Betreuung der Sandplätze garantierte. Die vier Initiatoren setzten sich mit der Vorstandschaft des VfB zusammen und berieten über den Standort der Plätze und eine Spartengründung. Der in der Planung des Sportzentrums vorgesehene Standort beim "Grafs Loch" hätte sehr große Erdbewegungen und Auffüllungen bedurft. Das Vorstandsmitglied Kurt Höcker machte den Vorschlag, die Plätze anschließend an den Hartplatz nach Süden zu anzulegen, da sich der vorgesehene Fußballplatz als zu klein für den Verbandsspielbetrieb herausstellte. Diese Planung übermittelte man den Marktrat, dieser stimmte zu und die Bau- und Zuschußanträge wurden gestellt.

Im Mai 1980 rief der VfB zur Gründungsversammlung auf und 50 Interessierte kamen. Nach Einigung über eine Satzung und den künftigen Spartenbeitrag traten 39 Personen der neuen Sparte bei.

DIE ERSTE SPARTENLEITUNG BILDETEN:
Alfred Hanrieder, Spartenleiter
Joachim Beerhold, Stellvertreter und Kassier
Toni Mayr, Beisitzer
Konrad Böheim, Beisitzer
Roland Hillitzer, Beisitzer
Jörg Böheim, Jugendvertreter

Als erstes war das Auffüllen des vorgesehenen Geländes nötig. Die Wiese war wesentlich tiefer als der bestehende Hartplatz und der sich nach Westen anschließende Festplatz. Der damalige Bürgermeister Alfons Lamm und Spartenleiter Alfred Hanrieder suchten Herrn Dr. Bücker im Zementwerk auf und baten um dessen Unterstützung. Dr. Bücker, selbst tennisbegeistert und bereits aktiv in Solnhofen, sagte seine Geräte zu, regte aber zugleich an, nicht nur für die zu bauende zwei Plätze aufzufüllen, sondern gleich für drei Plätze zu planen, die früher oder später sicher notwendig würden. Bürgermeister und Spartenleiter setzten dies in die Tat um und weil sich die Möglichkeit bot, ließen beide gleich weiter Mörnsheim zu auffüllen, damit der bestehende Festplatz erweitert werden konnte. Daß dies für Mörnsheim gutgemeinde Tat später zum Nachteil werden wurde, ahnten Bürgermeister und Spartenleiter nicht.

Die Mitglieder der Sparte, besonders die Spartenleitung, halfen tatkräftig beim Bau der Sandplätze mit, installierten die Beregnungsanlage und errichteten die Umzäunung.

Als die fertigen Plätze im Juli 1981 eingeweiht wurden, war die Spartenleitung darauf sehr stolz. Tennis erlebte in Mörnsheim einen wahren Boom. Trainer wurden verpflichtet, eine Ballwurfmaschine angeschafft und eine Flutlichtanlage erstellt. Dies alles wurde vom Spartenbeitrag finanziert, der zusätzlich zum Vereinsbeitrag zu bezahlen war.

Ab 1983 meldete sich eine Herrenmannschaft zu den Medenspielen an. Nach erstem Lehrgeld spielte man sehr erfolgreich mit. Man reiste nach Roth, Schwabach, Schwanstetten, Nürnberg usw. und sammelte Erfahrungen. Daneben trat man zu Freundschaftsspielen an und die jährliche Vereinsmeisterschaften der Damen und der Herren mit anschließendem Sommernachtsball waren der Höhepunkt des Tennisjahres. Der erste Tennisvereinsmeister war Werner Hörmann, aber bald dominierte Lothar Eisenschenk und Rainer Emmert die Meisterschaften. Die gute Ausbildung, die sie in Solnhofen beim dortigen Club erhalten hatten, machte sich bemerkbar.

Als zusätzlich zu Boris Becker auch Steffi Graf mit ihrer Siegesserie begann, verstärkte sich der Zulauf der Jugend, besonders der weiblichen. Die Spartenleitung setzte die Aufnahmegebühr aus und im Nu hatte man über 100 Mitglieder. Als es 1986 auf den beiden Plätzen zu eng wurde und der Verband vehement einen dritten Platz für den Spielbetrieb forderte, erinnerte man sich an den Ausspruch von Herrn Dr. Bücker. Die Sparte stellte bei der Vereinsführung und der Gemeinde Antrag auf den Bau des bereits aufgefüllten dritten Platzes. (An dessen westlichen Ende steht heute noch einsam der Beleuchtungsmast). Die Kosten der Erweiterung wollte man ohne finanzielle Belastung der Gemeinde und des VfB tragen.

Mittlerweile hatte man den bestehenden Festplatz, die Erweiterung dessen und das aufgefüllte Gelände des dritten Platzes bei verschiedenen Festen genutzt. Aus welchen Gründen immer, von dem Vorgang bei der Auffüllung wollte niemand mehr etwas wissen. Spartenleiter Hanrieder bat Altbürgermeister Lamm um Hilfe, der den Vorgang in einer Versammlung öffentlich bestätigte. Das vom Spartenleiter angebotene, klärende Gespräch zwischen Marktrat, Bürgermeister, Dr. Bücker und Sparte kam nie zustande. Es paßte nicht in die Landschaft!

Die Spartenleitung bot als Kompromiß den Umbau des Tennishartplatzes an, aber auch hier verwarf der Marktrat in seiner Mehrheit den Plan, sogar die eigene Vereinsführung war dagegen. Der von einigen Mitgliedern des Marktrates vorgeschlagene Bau eines einzelnen Platzes unterhalb des bestehenden Fußballplatzes in einer Entfernung von ca. 200 m wäre sportlich wie finanziell undurchführbar gewesen. Gegen diesen Bau erklärten sie Altendorfer Einwohner wegen Hochwassergefahr Ihren Wiederspruch.

Spartenleiter Hanrieder fühlte sich vom eigenen Verein bzw. von dessen Führung im Stich gelassen und vom Marktrat für nicht glaubwürdig hingestellt. Er zog das 1980 gegebene Versprechen zur Spartenführung zurück und legte 1986 den Vorsitz nieder. Stellvertreter Joachim Beerhold übernahm die Spartenleitung, bis 1988 mit Rainer Emmert ein Mitglied der "jungen Garde" die Führung der Sparte übernahm, die er bis heute noch innehat.

An den Tennisplätzen war man Wind und Wetter ausgesetzt. Im Sportheim kam es bei gleichzeitig stattfindenden Fußballspielen zu Überschneidungen. Aus diesen Gründen regte Platzwart Harald Schott den Bau einer "Tennishütte" an. Sie wurde von einigen Spartenmitgliedern in Eigenregie erstellt, die Bauleitung hatte Harald Schott inne. Dieser Bau stellte sich bald als Glücksgriff heraus, wurde doch aus der "Unterstellmöglichkeit" bald ein geselliger Treffpunkt, nicht nur der Spieler.

Im Jahr 1989 schaffte die Herrenmannschaft den Aufstieg in die Kreisklasse 3, vergleichbar mit der B-Klasse im Fußball. Dieses Ereignis wurde natürlich gebührend gefeiert, großen Anteil an dem Aufstieg gebührt Trainer Norbert Kerl aus Kipfenberg.

In dem Sog des Erfolgs wollten natürlich die weiblichen Vertreter des weißen Sports nicht hintenanstehen. Sie hatten durch intensives Training eine beachtliche Spielstärke erreichtund waren nur mit internen Meisterschaften nicht mehr zufrieden. Sie meldeten 1989 für die Verbandsrunde 1990.

Diese Ausweitung der Spartenarbeit nahm der stellvertretende Spartenleiter Joachim Beerhold zum Anlaß, das Thema dritter Tennisplatz nochmals vor den Marktrat und die Vereinsführung zu bringen. Auf sein Engagement und seine Hartnäckigkeit hin waren Marktrat und VfB bereit, den Bau auf dem 1980 vorbereiteten Gelände, nachdem drei Jahre vergangen waren, zuzustimmen. Ab jetzt war es zu spät. Zwischenzeitlich war das sogenannte Immissionsgesetz (Lärmbelästigung) in Kraft. Darauf und auf die unbegründedete Erhöhung der Hochwassergefahr, die bisherige Höhe des Platzes wäre gleich geblieben, nahmen einige Anwohner Bezug. Sie schrieben an das Landratsamt, obwohl wesentlich näher wohnende Bürger nichts gegen den Bau hatten. Eine Lärmmessung der Behörde ergab, daß die Tennisplätze unter dem zulässigen Limit lagen, zusammen mit dem Kinderlärm am Spielplatz und dem Fußballbetrieb jedoch der Grenzwert knapp überschritten würde. Die Spartenleitung, die das Ergebnis der Messung anzweifelte (Kinderlärm muß heute geduldet werden), konnte die Mittel für eine exakte Messung nicht aufbringen, resignierte daraufhin und gab die bereits zugesagten Zuschüsse und Billigdarlehen zurück.

Im Jahr 1991 feierte die Tennissparte das 10jährige Jubiläum. Im internen Rahmen, bei Kaffee und Kuchen, traf man sich auf der Terrasse des Sportheims, abends feierte man mit Musik. Alle Gründungsmitglieder, die der Sparte noch angehörten, wurden mit Medaillen geehrt.

Ein Jahr lang hielt sich die Herrenmannschaft in der höheren Klasse. Ohne ein Spiel gewonnen zu haben, mußte man dann in der nächsten Runde zurück in die Kreisklasse 4.

Das seit den Querelen um den dritten Platz eingestellte Jugendtraining wurde 1991 wieder aufgenommen. Fred Hanrieder übernahm die Trainingsleitung und er engagierte sich enorm. Er führte mit den Jugendlichen eigene Meisterschaften durch, verteilte Pokale und Geschenke und die Zahl der Jugendlichen nahm immer mehr zu.

Um den Spartenmitgliedern Gelegenheit zu geben, auch im Winter ihrem Sport zu frönen, buchte die Leitung in der Treuchtlinger Tennishalle ein Abo. Ein Zuschuß der Sparte zu den Kosten macht es für den einzelnen erschwinglich.

1995 gelang es der Damenmannschaft, ihrerseits den Aufstieg zu schaffen. Wir sind gespannt, wie sie sich dort behaupten. Die Mischung in der Mannschaft stimmt und der Ehrgeiz ist vorhanden. Der Saprtenleiter, der sie eigenhändig betreut, ist optimistisch.

Nachdem heuer eine Verstärkung aus Dollnstein für die Herrenmannschaft erfolgte, ist die Sparte gespannt, wie sie sich schlagen.

Zum 50. Jubiläum des VfB hat sich die Tennissparte vorgenommen, die von der Marktgemeinde erstellten Tennishartplätze wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen. Nachdem jahrelang der Platz zum Parkplatz und zum Umkehrplatz für LKW's degradiert wurde und die eingezeichneten Markierungen sämtlich weggefahren wurden, möchte die Tennissparte Kindern Gelegenheit bieten, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Sandplätze Tennis spielen zu können. Es wurden bereits Kleinfeldtennisnetze für Kinder angeschafft, um kindergerecht üben zu können. Parkplätze sind auf dem Festplatz sicher genügend vorhanden.

Mit dem Aufbau der Tennissparte ist es gelungen, besonders für die weiblichen Mitglieder eine attraktive Sportart anzubieten. Fußball und Tennis bei den Herren ergänzt sich, beide Sportarten können nebeneinander existieren. Bei der Tennissparte ist der Wille dazu vorhanden.

 



DIE DRITTE SPARTE DES VfB IST TISCHTENNIS

Regelmäßig in den Wintermonaten und seit der Erstellung der Schulturnhalle in enormen Aufwind, ist diese Sparte mittwochs aktiv. Unter der Leitung von Spartenleiter Peter Hanrieder üben auf sechs Platten ca. 20 Spieler mit Begeisterung. Damit wird eine alte Tradition fortgesetzt, taucht doch in der Chronik immer wieder die Gründung bzw. Neubelebung dieser Sportart im Verein auf.